von Ingolstadt zu InGOLDcity – 5. Mutig sein

Im Wesentlichen muss Ingolstadt mutiger werden und darf keine Angst vor dem Ungewissen haben. Mut haben, sich zu öffnen, über den Tellerrand hinauszuschauen und Unkonventionelles auszuprobieren. Wie sich gezeigt hat, lässt sich Kreativität nicht planen. Genauso wenig wie die Entwicklung einer kreativen Zwischennutzung. Damit einhergehend kann auch kein wirtschaftlicher Erfolg garantiert werden. Dieser sollte aber auch nicht im Vordergrund des Prozesses stehen. Vorrangig ist eben wie erwähnt die Sache an sich: Die Bespielung offener Räume, die kreative und frische Auseinandersetzung mit der vorhandenen Baustruktur. Die gebaute Militärstadt nicht mehr nur als tote Kulisse zu sehen, sondern sie annehmen, eintauchen, benutzen, neu interpretieren, positiv besetzen und wieder ins Stadtbild integrieren. Weiterlesen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 4. Förderung

Bevor in Ingolstadt gefördert wird, müssen sich die Verwaltung und die Stadtspitze zunächst einmal dazu entscheiden, Nischenkultur aktiv zu akzeptieren und zu wollen. Im nächsten Schritt ist es ratsam, einen Kümmerer zu bestimmen, der zwischen Verwaltung und Szene agiert und zwischen den Bedürfnissen beider vermittelt. Ein Referat für Nischenkultur könnte eine Anlaufstelle für die kreative Szene sein, wenn es um benötigte Räume, Flächen oder Förderung geht. Erfreulicherweise hat die IFG, Wirtschaftsförderung Ingolstadt im September 2016 die Netzwerktreffen für Kultur- und Kreativschaffende ins Leben gerufen und das K10 – betrieben von Petra Kleine – berichtet fleißig über Inhalte der Treffen und die Entwicklung des Netzwerks. Momentan sollen Teilmarktreferent/innen gefunden werden, die die verschiedenen Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft, wie Architektur, Literatur, Kunst, Design, Darstellende Kunst, Film, Musik, Software, Web und Games, Rundfunk, Musik und Presse repräsentieren und deren Bedürfnisse klar und mit Nachdruck formulieren.
Um darüber hinaus Nischenkultur und Kreativwirtschaft zu fördern, können bei Großprojekten, wie zum Beispiel dem Gießereigelände, von Anfang an Räume und Orte verbindlich für nicht kommerzielle Zwecke festgelegt und freigehalten bzw. durch flexible Bebauungspläne ermöglicht werden. Weiterlesen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 3. Teufelskreis Techniker-Stadt durchbrechen

Neue Studiengänge könnten neues Gedankengut in die Techniker-Stadt Ingolstadt bringen. Beispielsweise wird von nahezu allen Befragten der Fokusgruppe eine größere Vielfalt an Cafés sowie mehr Studentenhotspots gewünscht. Da braucht die technisierte Stadt neuen Schwung in Gestalt von anderen Berufsgruppen, die solche Ideen fördern und tragen. Soziale und kulturell geprägte Studieninhalte beispielsweise ziehen eine neue Interessensgruppen an, die wiederum neue Sichtweisen und Lebenseinstellungen mit sich bringen. Das fördert die Durchmischung in der Stadt und erzeugt Synergieeffekte, die sich auf den Arbeitsmarkt übertragen und auch neue Berufszweige in Ingolstadt etablieren können. Weiterlesen

Das Ideal – Kurt Tucholsky

Ja, das möchste:

Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße;
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn –
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.

Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:

Neun Zimmer – nein, doch lieber zehn!
Ein Dachgarten, wo die Eichen drauf stehn,
Radio, Zentralheizung, Vakuum,
eine Dienerschaft, gut gezogen und stumm,
eine süße Frau voller Rasse und Verve –
(und eine fürs Wochenend, zur Reserve) –
eine Bibliothek und drumherum
Einsamkeit und Hummelgesumm.

Im Stall: Zwei Ponies, vier Vollbluthengste,
acht Autos, Motorrad – alles lenkste
natürlich selber – das wär ja gelacht!
Und zwischendurch gehst du auf Hochwildjagd.

Ja, und das hab ich ganz vergessen:
Prima Küche – erstes Essen –
alte Weine aus schönem Pokal –
und egalweg bleibst du dünn wie ein Aal.
Und Geld. Und an Schmuck eine richtige Portion.
Und noch ne Million und noch ne Million.
Und Reisen. Und fröhliche Lebensbuntheit.
Und famose Kinder. Und ewige Gesundheit.

Ja, das möchste!

Aber, wie das so ist hienieden:
manchmal scheints so, als sei es beschieden
nur pöapö, das irdische Glück.
Immer fehlt dir irgendein Stück.
Hast du Geld, dann hast du nicht Käten;
hast du die Frau, dann fehln dir Moneten –
hast du die Geisha, dann stört dich der Fächer:
bald fehlt uns der Wein, bald fehlt uns der Becher.

Etwas ist immer.
Tröste dich.

Jedes Glück hat einen kleinen Stich.
Wir möchten so viel: Haben. Sein. Und gelten.
Daß einer alles hat:
das ist selten.

(1927)

Das Wimmel-Titelbild „Recht auf Stadt“ gibt es hier kostenlos zum runterladen.

Freitagsfreiraum – Pop-up-Store: Die Zeit läuft

the place 2 be hier zu finden - local goods in der harderstraße 10, ingolstadt

the place 2 be hier zu finden – local goods in der harderstraße 10, ingolstadt

Der heutige Freitagsfreiraum kommt aus dem Herzen der Gold-Stadt Ingoldstadt: Zum zweiten Mal – Plopp – öffnet da der LOCAL GOODS Store seine Türen, um regionale Produkte made in Ingoltown zu promoten.

Noiz Two, Rosa Hirn, Paper Diamond Papiermanufaktur, Whitemonkey, Der Hanserer, KLEINWUNDER, fairafric, Kathrin Schafbauer, Boitel, und Maas Magazin heißen sie, die locals, die ihre goods noch bis 13.12.2016 in der Harderstraße 10 zum Besten geben und an den Mann und die Frau bringen wollen. Recht so – keep on diggin‘ for gold!!! Also Ingobingos, verlegt euren Freiraum heute in die Harderstraße, ich werde es tun!

 

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 2. Netzwerke bilden

Netzwerke bilden

Die Politik muss aktiv werden und eine Vernetzung von Stadtverwaltung mit allen relevanten Akteuren vorantreiben: Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Kulturförderung, Verbände, Vereine, Kammern, die Technische Hochschule und die Universität sowie die Bildungs- und Sozialpolitik. Netzwerke wie das K10, eine Internet-Plattform für Kultur- und Kreativwirtschaft in Ingolstadt, sind dabei wichtig. All diese einzelnen Parteien und Institutionen müssen zusammengeführt werden und im stetigen Austausch miteinander stehen. Ausschüsse könnten gebildet werden, die einen Querschnitt der relevanten Ebenen bilden und sich regelmäßig treffen. Außerdem sollten bürokratische Prozesse auf ein Minimum reduziert werden, um
Hemmungen vor scheinbar unendlichen Behördengängen zu nehmen.

Innerhalb der Stadtverwaltung könnte ein neues Referat etabliert werden, das über einen eigenen Förderrahmen verfügt und Nischenkultur gezielt fördert und als Gelenk zwischen Verwaltung und Kreativen vermittelt – analog zu München und Regensburg. In München gibt es das Kompetenzteam für Kultur- und Kreativwirtschaft, das im Kreativquartier an der Dachauer Straße ansässig ist. Anlaufstelle für Künstler, Kulturschaffende und Kreative ist. Das Degginger in Regensburg ist ein geförderter Raum, das im wahrsten Sinne des Wortes Raum für Kreativität, Kultur, Club- und Barszene bietet.
Ebenfalls müsste die Presse diesen Prozess aktiv unterstützen und zeigen, wie andere Städte mit informeller Kultur- und Kreativwirtschaft umgehen und welche Bereicherung sie für eine Großstadt darstellt. Die Medien müssen das Bewusstsein der Bürger für Nischenkultur sensibilisieren und genau solche Hotspots explizit voranstellen, um seine Bedeutung publik zu machen.

InGOLDcity I   InGOLDcity II    InGOLDcity III     InGOLDcity IV     InGOLDcity V    InGOLDcity VI InGOLDcity VII  InGOLDcity VIII

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 1. Eigenes Profil entwickeln

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 1. Eigenes Profil entwickeln

Finally, die letzten Schritte, die Ingolstadt zu InGOLDcity machen.
In den vorangegangenen Handlungsempfehlungen wurden bereits Strategien aufgezeigt, wie Ingolstadt zu einer lebenswerteren Stadt werden kann. Darüber hinaus wurden Anregungen und Lösungsansätze zur Akzeptanz und Förderung von Nischenkultur sowie einer fruchtbareren Zusammenarbeit zwischen den Akteuren innerhalb Ingolstadts abgeleitet. Diese Handlungsempfehlungen, Anregungen und Lösungsansätze werden nachfolgend plakativ in sieben Schritten verdichtet und zeigen, wie Ingolstadt zu InGOLDcity werden könnte.

Vision für Ingolstadt - Wer soll hier leben? Wie wollen wir leben?

to be continued... Schritt 2 kommt bald.

Lesen, teilen, diskutieren und kommentieren erwünscht!!!

InGOLDcity I – Was macht eine Stadt attraktiv?

InGOLDcity II

InGOLDcity III – Lalelu, nur der Mann im Mond schaut zu

InGOLDcity IV – Lieblingsort oder Hassort

InGOLDcity V – Nischenkultur bedeutet…

InGOLDcity VI – diggin‘ for gold

InGOLDcity VII – für mutige Goldschmiede

Freitagsfreiraum – Herbstspaziergang

Beim Herbstspaziergang zufällig wieder am Gemeinschaftsgarten der Transition Town Ingolstadt vorbeigekommen. Wir haben hier schon mal berichtet.
Einfach saugut, wenn Leute gemeinsam was Nachhaltiges auf die Beine stellen und nebenbei eine Baulücke neu bespielen und beleben. Auf, auf und raus in den goldenen Herbst!

Gemeinschaftsgarten der Transition Town Ingosltadt

Gemeinschaftsgarten der Transition Town Ingosltadt

Ingolstadt-Spuren – Eröffnungswochenende des neuen Altstadttheaters Ingolstadt

stadtraumleben auf SpurensucheLeni Brem und Falco Blome sind die neuen künstlerischen Leiter des Altstadttheaters. Sie luden vom 27.10. bis 30.10. zum verlängerten Eröffnungswochenende ins neue alte Altstadttheater ein. stadtraumleben war am Samstag bei den >Ingolstadt-Spuren< mit dabei und durfte sich auf Spurensuche durch Ingolstadt machen.

Es hätte nicht besser passen können – wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, denn es sind genau die Themen, mit denen sich stadtraumleben vor allem in Ingolstadt auseinandersetzt: Wie sehen wir unsere Stadt Ingolstadt? Fühle ich mich hier zugehörig? Kann ich mich mit der Stadt identifizieren? Was macht Heimat aus? Dabei standen in ersten Linie persönliche Geschichten im Vordergrund: von waschechten Ingolstädtern und Zuagroasten, Wiederkehrern und sesshaft Gewordenen.

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stadtraumleben goes ARD Digital Camp – Zukunft der Arbeit

Wie werden wir in Zukunft arbeiten? Wie verändert die digitale Vernetzung unser Arbeitsleben? Wie verändern sich die Arbeitsplätze? Wie sehen unsere täglichen Arbeitswege aus? Wird meine Arbeit immer weniger Wert sein? Kann ich von meiner Arbeit noch gut leben? Und wie wollen wir leben? Work-Life-Balance?

Gemeinsam mit über 200 jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, Studierenden
und Auszubildenden werde ich am Mittwoch im Digital Camp in Berlin über die Zukunft der Arbeit sinnieren, diskutieren und Konzepte entwickeln, die den Auftakt der ARD-Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ Ideen und Visionen für die Arbeitswelt von Morgen entwickeln bilden. In offener Camp-Atmosphäre kreieren wir die Arbeitswelt von morgen. Unsere Ergebnisse werden noch am selben Tag Entscheidungsträgern der Medienwelt vorgestellt.

Herrliche Vorfreude!!! Und btw das Berliner Schwarz zu Blau ist eine sehr willkommene Abwechslung zum allzutäglichen Arbeits-Kuntergrau, über das sich dringend Gedanken gemacht werden muss.

Offene Fragen und Anregungen gern hier kommentieren, ich werde sie mit in die Diskussion tragen!

ARD Digital-Camp Themewoche 2016 Zukunft der Arbeit

http://www.ard.de/home/themenwoche/ARD_Digitalcamp/3411460/index.html