Archiv für den Monat: Februar 2017

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 7. Stolz sein

Nischenkultur und Kreativwirtschaft formieren sich nicht zu einem undefinierbaren
Wesen, das unkontrolliert über die Stadt herfällt, Häuser demoliert und Anwohner ärgert. Kreative sind eine Bereicherung für jede Stadt und aus einer attraktiven Großstadt nicht wegzudenken. Deshalb müssen Kommunalpolitik und Stadtspitze die Haltung gegenüber unkonventionellen Bewegungen grundlegend ändern, sich öffnen und verstehen, welche positiven Effekte die sechs vorangegangen Schritte für Ingolstadt bedeuten würden. Anstatt die Querdenker zu bekämpfen und neue, undefinierbare Bewegungen im Keim zu ersticken, sollte die Stadt stolz sein auf anders Denkende, die neue Facetten für die Stadt und weitere kleine Schritte in Richtung tolerante, bunte und lebenswerte Großstadt bedeuten. Sie sollte stolz sein auf ihre Künstler, Musiker und Freigeister, die sich in Ingolstadt finden. Sie sollte stolz sein auf Bewegungen, die von unten kommen und die Vielfalt der Stadt bereichern. Sie soll eben nicht nur stolz sein auf Wirtschaftsrankings, Wachstumsprognosen und das Bruttoinlandsprodukt. Um nicht nur als Arbeiterstadt wahrgenommen zu werden, muss in Ingolstadt mehr Augenmerk auf die weichen Faktoren gelegt werden, die für die Bürger wichtig sind und die dringend gebraucht werden, um sich mit der Stadt zu identifizieren, eine Beziehung zu ihr aufzubauen und sie zu lieben.

Schritt 7 von Ingolstadt zu InGOLDcity

Das ist sie – die Quintessenz aus InGOLDcity – Was die Stadt Ingolstadt zum Glänzen bringt. Der Appell geht ganz klar Richtung Kommunalpolitik und Stadtspitze. Aber auch wir – die Bewohner – sind nicht ausgenommen. Wir sind angehalten, die doch immer noch präsente Schanz in unseren Köpfen zu durchbrechen, das Kleinbürgertum hinter uns zu lassen und über den Tellerrand hinauszuschauen, um einen großen Schritt Richtung vielfältger Großstadt zu machen. Wir müssen offen gegenüber zukunftsweisenden Konzepten sein und die eingefahrenen Sichtweisen „Des hamma imma scho so g’macht“ und nicht vorhandene Sichtachsen hinter uns lassen. Und wir sollten uns fragen, in was für einer Stadt wir leben wolllen, was Lebensqualität für uns bedeutet und ob die Innenstadt-Frage obligatorisch mit Parkplatz-Knappheit in Verbindung gebracht werden muss (Horizonterweiterung).

In diesem Sinne: Keep on diggin‘ for gold, diggas!!

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von Ingolstadt zu InGOLDcity – 1. Eigenes Profil entwickeln

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 2. Netzwerke bilden

von Ingolstadt zu InGOLCcity – 3. Teufelskreis Techniker-Stadt durchbrechen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 4. Förderung

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 5. Mutig sein

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 6. Loslassen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 6. Loslassen

Der schwierigste Punkt für Politik und Planungshoheit wird vermutlich das Loslassen sein. Es muss nicht immer alles gesteuert und von oben herab geplant werden. Es müssen keine Angebote geschaffen, sondern Freiraum gegeben werden, um Nährboden für Nischenkultur entstehen zu lassen. Das setzt voraus, verstanden zu haben, wie Nischenkultur und Kreativwirtschaft funktionieren und welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, um sie zu
halten und zu etablieren. Im Wesentlichen sind das eben Freiraum, Freiheit, reizvolle und bezahlbare Orte für diese Akteure. Hinzu kommt, Kompetenzen an andere abzugeben. Reflektieren, großräumig denken und weitsichtig agieren sind dabei Schlagworte, die in Ingolstadt noch nicht gelebt werden. Es geht – wie so oft in der Kommunalpolitik allgemein – zu sehr um Machtverhältnisse, Abhängigkeiten, Äußerlichkeiten und das öffentliche Ordentlich-und-Sauber Image. Weiterlesen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 5. Mutig sein

Im Wesentlichen muss Ingolstadt mutiger werden und darf keine Angst vor dem Ungewissen haben. Mut haben, sich zu öffnen, über den Tellerrand hinauszuschauen und Unkonventionelles auszuprobieren. Wie sich gezeigt hat, lässt sich Kreativität nicht planen. Genauso wenig wie die Entwicklung einer kreativen Zwischennutzung. Damit einhergehend kann auch kein wirtschaftlicher Erfolg garantiert werden. Dieser sollte aber auch nicht im Vordergrund des Prozesses stehen. Vorrangig ist eben wie erwähnt die Sache an sich: Die Bespielung offener Räume, die kreative und frische Auseinandersetzung mit der vorhandenen Baustruktur. Die gebaute Militärstadt nicht mehr nur als tote Kulisse zu sehen, sondern sie annehmen, eintauchen, benutzen, neu interpretieren, positiv besetzen und wieder ins Stadtbild integrieren. Weiterlesen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 4. Förderung

Bevor in Ingolstadt gefördert wird, müssen sich die Verwaltung und die Stadtspitze zunächst einmal dazu entscheiden, Nischenkultur aktiv zu akzeptieren und zu wollen. Im nächsten Schritt ist es ratsam, einen Kümmerer zu bestimmen, der zwischen Verwaltung und Szene agiert und zwischen den Bedürfnissen beider vermittelt. Ein Referat für Nischenkultur könnte eine Anlaufstelle für die kreative Szene sein, wenn es um benötigte Räume, Flächen oder Förderung geht. Erfreulicherweise hat die IFG, Wirtschaftsförderung Ingolstadt im September 2016 die Netzwerktreffen für Kultur- und Kreativschaffende ins Leben gerufen und das K10 – betrieben von Petra Kleine – berichtet fleißig über Inhalte der Treffen und die Entwicklung des Netzwerks. Momentan sollen Teilmarktreferent/innen gefunden werden, die die verschiedenen Teilmärkte der Kultur- und Kreativwirtschaft, wie Architektur, Literatur, Kunst, Design, Darstellende Kunst, Film, Musik, Software, Web und Games, Rundfunk, Musik und Presse repräsentieren und deren Bedürfnisse klar und mit Nachdruck formulieren.
Um darüber hinaus Nischenkultur und Kreativwirtschaft zu fördern, können bei Großprojekten, wie zum Beispiel dem Gießereigelände, von Anfang an Räume und Orte verbindlich für nicht kommerzielle Zwecke festgelegt und freigehalten bzw. durch flexible Bebauungspläne ermöglicht werden. Weiterlesen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 3. Teufelskreis Techniker-Stadt durchbrechen

Neue Studiengänge könnten neues Gedankengut in die Techniker-Stadt Ingolstadt bringen. Beispielsweise wird von nahezu allen Befragten der Fokusgruppe eine größere Vielfalt an Cafés sowie mehr Studentenhotspots gewünscht. Da braucht die technisierte Stadt neuen Schwung in Gestalt von anderen Berufsgruppen, die solche Ideen fördern und tragen. Soziale und kulturell geprägte Studieninhalte beispielsweise ziehen eine neue Interessensgruppen an, die wiederum neue Sichtweisen und Lebenseinstellungen mit sich bringen. Das fördert die Durchmischung in der Stadt und erzeugt Synergieeffekte, die sich auf den Arbeitsmarkt übertragen und auch neue Berufszweige in Ingolstadt etablieren können. Weiterlesen