FreitagsFreiraum – Eisberg in Sicht

Eisberg in Sicht möchte man in Oslo laut ausrufen wenn man das Opernhaus erblickt. Es ist kein panischer Schrei wie damals auf der Titanic, sondern Ausdruck der Faszination über den Anblick eines architektonischen Highlights am Horizont.

„Das Gebäude ist so viel Landschaft, wie Architektur.“  Snøhetta

Die Verbindung zwischen Fjord und Stadt scheint im Winter besonders eindrucksvoll zur Geltung zu kommen. (Bildquelle: Snøhetta)

Wie ein Eisberg schiebt sie sich aus dem Fjord, strahlend weiß in italienischen Carrara Marmor gehüllt. Die verschiedenen Ebenen der Dachlandschaft verschränken sich gegeneinander, eine eigene Landschaft in der Landschaft, ein raffinierter öffentlicher Raum entsteht und verbindet den Fjord mit der Stadt. Große Glasfassaden reflektieren in kühlem blau den Himmel und wer näher tritt, erhascht einen ersten Blick auf das Innere des Gebäudes.

Blick ins Innere des Opernhauses

Blick ins Innere des Opernhauses

Das begehbare Dach und das offene Foyer – 24 h am Tag und 7 Tage die Woche frei zugänglich – schaffen einen öffentlichen (Frei)Raum in der Stadt und machen das Gebäude zu einem sozialen Treffpunkt für Bewohner und Besucher der Stadt. Unabhängig davon, ob eine Veranstaltung bevorsteht oder der Besucher überhaupt an Musik und Tanz interessiert ist. Hat von euch schonmal jemand versucht das Stuttgarter Opernhaus ohne Eintrittskarte zu betreten? Keine Chance!

Betritt man nun also das Innere des Osloer Opernhauses, wird die Atmosphäre wohlig warm. Ein großes helles Foyer mit einer geschwungenen, mit Eichenholz verkleideten Wand öffnet sich für den Besucher. Die Innenarchitektur des Gebäudes wird von den akustischen Anforderungen an ein Opernhaus bestimmt und hinter der geschwungenen Wand verbergen sich also die Bühne und der ebenfalls in Eiche ausgekleidete Zuschauerraum.

Im Backstagebereich, in welchem die Verwaltung, Werkstätten und Proberäume untergebracht sind, nimmt die Rafinesse der gebauten Formen ab. Abgelöst wird sie von rechten Winkeln und funktionalen Materialien, während große Fensterfronten das Prinzip der Offenheit auch in diesen Bereich des Gebäudes transportieren.

Das Osloer Opernhaus nach dem Entwurf des Architekturbüros Snøhetta ist aber nicht nur ein architektonisches Highlight sondern auch ein städtebaulicher Pionier im ehem. Hafenviertel Bjørvika. Dort wurde es als erster Baustein des aktuellen und umfassenden Stadtentwicklungsprozesses platziert. Ziel der Entwicklung ist es, den Osloer Bürgern die Flächen am Ufer zurückgeben, welche seit jeher als Hafen genutzt und damit nicht für die Öffentlichkeit zugänglich waren.

StadtRaumLeben_OsloOper

Unser Tipp: Es lohnt sich an einer geführten Tour durch das Opernhaus teilzunehmen um mehr über das Gebäude zu erfahren und einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

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Ein Gedanke zu „FreitagsFreiraum – Eisberg in Sicht

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