FreitagsFreiraum zwischen Wolkenkratzern – Barcode Oslo

Weil es uns in Oslo so gut gefallen hat, bleiben wir für den heutigen FreitagsFreiraum direkt dort und überqueren von der Oper aus einfach nur die Straße um den Barcode Oslos zu betrachten.

Der Barcode ist eine Reihe sehr schmaler Hochhäuser mit unterschiedlichen Gebäudehöhen und mit ebenso schmalen öffentlichen Räumen dazwischen. Die Silhouette des Quartiers bildet einen Barcode ab. Der Masterplan für das Quartier stammt aus der Feder der Architekten und Stadtplaner von MVRDV aus Rotterdam in Zusammenarbeit mit den norwegischen Architekturbüros DARK Architects und A-lab.

Die Gesamtfläche des Quartiers ist in schmale Streifen unterteilt, sodass sich jedes der insgesamt 11 Gebäude mit den dazugehörenden Freiräumen mit einer Fassade zu den Bahngleisen und mit einer Fassade zum Fjord orientiert. Zwischen den langen und schlanken Gebäuden entstehen so zahlreiche Sichtachsen zum Fjord. Der Masterplan setzt die Differenzierung der Gebäude in Höhe und Breite fest und definiert die minimale Breite der öffentlichen Räume sowie öffentliche Durchgänge in den Gebäuden. Die Gebäude und Freiräume selbst wurden von unterschiedlichen Architekturbüros umgesetzt und erhielten dadurch eine eigene Materialität und Identität. Ziel war es, ein sehr vielseitiges Gesamtbild mit vielen architektonischen Details entstehen zu lassen. Insgesamt beherbergt der Barcode 135.300 m² Büroflächen und 36.200 m² Wohnflächen. Die gesamte Erdgeschosszone ist der kommerziellen und kulturellen Nutzung vorbehalten und öffnet sich mit Läden, Cafés zum öffentlichen Raum.

Zwischen dem Gleisbett des Osloer Hauptbahnhofs und dem Oslofjord mit dem neuen Opernhaus gelegen, ist der Barcode ebenso ein Teilbereich der Gesamtentwicklung des Stadtteils Bjørvika. Mit seiner Lage und dem enormen Maßstabssprung erinnert uns das Projekt Barcode unweigerlich an das Stuttgarter Europaviertel. Auch die Gestaltung und Höhe der Gebäude des Barcodes scheint ähnlich umstritten zu sein wie die Stuttgarter Entwicklungen. Die Skyline Oslos, welche sich ursprünglich durch niedrige Gebäude auszeichnete, wurde durch den Barcode radikal verändert. Das Projekt liefert Architekten und in der Osloer Bevölkerung nach wie vor reichlich Zündstoff für Diskussionen.

Fakten

Fläche: 14,5 ha Masterplan
Städtebau: MVRDVDARK Architects und A-lab
Planungs- und Bauzeit: 2003-2016
Auftraggeber: Immobilienunternehmen Oslo S Utvikling (OSU)
Kosten: ca. 213 Mio. Euro

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Hohe, schmale Gebäuden bilden das Quartier Barcode. Die öffentlichen Zwischenräume sind jeweils individuell gestaltet.

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Die Erdgeschosszone wird kommerziell oder kulturell aber immer öffentlich genutzt.

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Den westlichen Quartiersabschluss bildet eine Freiraumgestaltung mit Aufenthaltsflächen am Wasser. Im Hintergrund ist das Bahnhofsumfeld zu sehen.

Ein Timelapse Video vom Barcode gibt’s hier zu sehen:

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