InGOLDcity IV – Lieblingsort oder Hassort

Zum Wochenabschluss noch ein kleiner Comic mit Assoziationen zu Orten in Ingolstadt. Ich habe ja auch hier auf stadtraumleben nach euren spontanen Einfällen zu einigen Orten und Räumen in Ingolstadt gefragt. Auch diese findet ihr bei dem jeweiligen Bild wieder.
Hier geht’s zu InGOLDcity I, II und III

InGOLDcity Comic 2015, Saturn Arena, Westpark, Ingolstadt Village, IngolstadtInGOLDcity Comic 2015, Rathausplatz, Stadtmauer, IngolstadtInGOLDcity Comic 2015, Baggersee, Paradeplatz, Jugendtrendsportzentrum Halle 9InGOLDcity Comic 2015, Taktraumfestival 2014, Rosengasse, KörnermagazinInGOLDcity Comic 2015, Gießereigelände, Dollstraße, Klenzepark, Schwirbel

 

InGOLDcity Comic 2015, Fußgängerzone, Donau, Freibad, Ingolstadt

 

 

 

InGOLDcity Comic 2015, Fußgängerzone, Maki Club, Tagtraum, Ingolstadt

 

Welche drei Schlagworte fallen dir zu Ingolstadt ein?

Welche drei Schlagworte fallen dir zu Ingolstadt ein?

 

 

 

 

 

 

„Wer kein wirkliches Gesicht hat, kann auch keins verlieren.“

Nach den bunten Bildchen gibt’s auch noch ein bisschen Input in Schriftform, der mir da so zugetragen wurde… 🙂

Die meisten jungen Leute, mit denen ich gesprochen habe, empfinden Ingolstadt als gesichtslos. Sie bezeichnen die Stadtverwaltung als trägen Organismus, der langwierige Entscheidungsprozesse pflegt und keine klare Richtung einschlägt. Es wird nicht priorisiert und selektiert. Es gibt keinen bestimmten Fokus, der zeigt, was die konkreten Ziele der nächsten Jahre sind und woran man effektiv arbeiten möchte – eben keine Vision. Jede Baustelle wird an der Oberfläche angekratzt, um sich mit ihr augenscheinlich beschäftigt zu haben. Man möchte sich dadurch nicht angreifbar machen, sich nicht festlegen und allem und jedem gerecht werden. Das funktioniert aber so nicht, denn mit allen ist hauptsächlich das politisch aktive Kleinbürgertum gemeint, das sich in bestimmten Vereinen engagiert und politisch gesetzt ist. Alle anderen, die nicht in das Schema passen und aus der Rolle fallen, Freigeister, Querdenker, unangenehme, unangepasste Charaktere müssen augenscheinlich bekämpft und schließlich verdrängt werden. Das konservative Bürgertum hat die lauteste Stimme, die Stimme der Masse, deshalb müsste der Nischen- und Subkultur ausdrücklich eine Stimme gegeben werden, um mehr Qualität und Vielfalt in die Stadt zu bringen. Die sogenannten Traditionsfeste, die typisch für Ingolstadt sind, zählen zu Kulturveranstaltungen, die die Geschichte aufleben lassen sollen. Die jüngere Hälfte meiner Fokusgruppe sagt, hier spiele sich immer das gleiche Bild ab: Unter dem Deckmantel der Tradition werde hier hauptsächlich innerhalb des gehobenen Altersdurchschnitts gegessen und getrunken. Nebenbei würden noch Töpferwaren und Blechgeschirr verkauft. Das ist nicht die Art von Kultur, die sich junge Erwachsene wünschen, die hungrig nach Kreativität, Individualität und Austausch sind. Sie fordern den Blick über den Tellerrand, einen Input in kultureller Hinsicht. Es soll die Möglichkeit eines Austausches gegeben sein zum Beispiel durch entsprechende Treffpunkte, Cafés und Bars, in der Stadt.

Die Belebung der City ist ebenfalls ein kontroverser Punkt. Verstanden wird darunter seitens des Stadtmarketings und der Stadt eine immer ausgeprägtere Eventisierung durch Feste und Märkte. (Vgl. Stadt Ingolstadt: 69) Der Stadtmarketingverein In-City ist bemüht, durch zahlreiche Traditionsfeste die Innenstadt zu beleben, denn das ist ja das, was die Bewohner wollen! Eine belebte, attraktive Innenstadt. Im Sinne dieser Belebung werden dann alle paar Wochen Buden und Bühnen aufgebaut, um den Leuten Rambazamba zu bieten. In Ingolstadt soll möglichst viel los sein. Aber wenn alle Buden und Fresstempel wieder abgebaut sind, ist wieder alles beim Alten. Mit nachhaltiger Belebung hat das ständige Auf und Ab wenig zu tun. Rücksicht auf die Bewohner der Innenstadt wird da auch nicht genommen. Die Innenstadt müsste anders attraktiv gemacht werden, als durch Kommerz. Die Zeiten, in denen die Innenstädte ausschließlich durch mittelständischen Einzelhandel belebt werden, sind vorbei. Es gibt nun mal Outlet Shopping und Westpark am Rande der Innenstadt und (seid doch mal ehrlich – wir bestellen im Internet). Meiner Meinung nach findet eine Funktionsänderung der Innenstädte statt, die sich weg von der Fußgängerzone als Shoppingmeile hin zu einer gemischt genutzten Innenstadt als zweites Wohnzimmer bewegt. Um eine Mischnutzung von Wohnen und Arbeiten zu erreichen, braucht es erst einmal niedrigere Mieten, denn aufgrund der aktuellen Preise kann sich gar kein Leben entwickeln. Leerstände müssten für die Kunst geöffnet werden oder für andere Lebenswelten, die dann von selbst die Innenstadt beleben. Blumentöpfe und Bänke allein reichen da nicht aus. So, wie die Innenstadt aktuell belebt wird, ist sie nicht ansprechend für junge Erwachsene. Von dieser Zielgruppe sowie von Kulturschaffenden und Künstlern wird eine Verbindung von Kunst, Handwerk und Leben mit Treffpunkten für Kommunikation gewünscht, keine Fress- und Saufmeilen, die alle zwei Wochen einen Verhau auf dem Paradeplatz bedeuten. Außerdem müsse auf die Bedürfnisse der jungen Leute eingegangen werden, beispielsweise freies WLAN in der Stadt. Positiv zu bewerten ist, dass dieses der In-City-Verein gerade vorantreibt.

Ach, es gibt noch so viel zu erzählen! also wieder: to be continued…

Hier geht’s zu InGOLDcity I, InGOLDcity II & InGOLDcity III

InGOLDcity V – Nischenkultur bedeutet…

InGOLDcity VI – diggin‘ for gold

InGOLDcity VII – für mutige Goldschmiede

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 1. Eigenes Profil entwickeln

Quelle:
Stadt Ingolstadt (Hrsg.): Stadtentwicklung und stadträumliches Leitbild.
Ingolstadt o.J. URL: http://www2.ingolstadt.de/index.phtml?
La=1&sNavID=1842.252&object=tx|465.736.1&FID=465.736.1
(abgerufen am 30.09.2014)

 

 

5 Gedanken zu „InGOLDcity IV – Lieblingsort oder Hassort

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