Salz und Suppe – Kochrunde 1

Da wir Teilnehmer uns bisher nur kurz bei der Auftaktveranstaltung kennengelernt haben, findet die erste Kochrunde jeweils in einem der Bürgertreffs in den Stadtteilen statt. In unserem Fall treffen wir uns zur ersten Kochrunde im Generationenhaus Heslach am Erwin Schöttle Platz.

Zur ersten Kochrunde treffen wir uns im Café Nachbarschafft im Generationenhaus Heslach.

Zur ersten Kochrunde treffen wir uns im Café Nachbarschafft im Generationenhaus Heslach.

Ingrid hat eine griechische Linsensuppe für uns vorgekocht und die passende Tischdeko vorbereitet. Indira hat Brot dazu mitgebracht, Gerhard eine Zucchini-Quiche mit Basilikumpesto und Zitrone und Markus einen sommerlichen Salat mit Blauschimmelkäsedressing. Spätestens beim Erdbeertiramisu haben wir das Motto von „Salz und Suppe“ zu einer Fünf-Gänge-Feinschmecker-Kochrunde ausgedehnt. Hab ich schon den eigens von Gerhard in Heslach angebauten Wein erwähnt?!

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Bei einem Gläschen echtem Heslacher Wein lässt es sich gleich noch besser diskutieren…

Da wir uns bisher erst einmal bei der Auftaktveranstaltung gesehen haben, war der Bedarf des gegenseitigen Kennenlernens auch in der ersten Kochrunde noch groß. Schnell haben wir festgestellt, dass wir zwar eine Gruppe mit Teilnehmern ganz unterschiedlichen Alters sind und uns somit auch in völlig verschiedenen Lebensphasen befinden, dass wir insgesamt aber doch eine recht homogene Gruppe sind. Wir kommen ursprünglich aus Stuttgart und Süddeutschland. Wir sind alle sehr gut ausgebildet, berufstätig bzw. bereits im Ruhestand. Einige von uns waren jahrelang politisch für die Stadt und ihren Stadtteil sehr engagiert. Wenn man bedenkt, dass rund 60 % der Bewohner in Stuttgart Süd einen Migrationshintergrund haben und auch die Beschäftigungsquote garantiert nicht bei 100 % liegt, repräsentieren wir den Stadtteil nicht besonders gut. Wo sind die anderen BürgerInnen?

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Das sind die sechs Leitthemen + Wunschthema für unsere Diskussionsrunden.

Neben dem gemeinsamen Kochen und Kennenlernen stand die erste gemeinsame Kochrunde unter dem Motto Wahrnehmung. Meine erste Wahrnehmung, dass die Stadtteile Stuttgart Süd und Degerloch kaum etwas miteinander zu tun haben, in erster Linie weil sie räumlich durch den Wald und die Topografie voneinander getrennt sind, wird von der Wahrnehmung der Anderen bestätigt. Die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Stadtteilen zeigen außerdem: Stuttgart Süd wird seinen schlechten Ruf nicht richtig los und Degerloch hingegen wird als privilegierter Stadtteil wahrgenommen.

Von den oben abgebildeten Diskussionsthemen sollten wir Teilnehmer eines als Bearbeitungsschwerpunkt für heute und auch die kommenden Kochrunden auswählen. Schnell sind wir uns einig, dass der öffentliche Nahverkehr in Stuttgart zwar vergleichsweise teuer aber die Anbindung gut ist. Bezahlbarer Wohnraum? Unbedingt notwendig!!!! Aber auch mit diesem Thema möchten wir uns in den Kochrunden nicht näher beschäftigen, da wir hier keine Einflussmöglichkeiten für uns sehen. Die anderen Themen wecken unser Interesse. Integration von Geflüchteten: halten wir für wichtig! Wir erweitern das Thema und fragen uns, ob wir Zugezogene überhaupt in unserem Stadtteil und in Stuttgart integriert sind? Wie soll die Integration von aus dem Ausland stammenden funktionieren, wenn sie schon ohne Sprachbarriere nicht selbstverständlich ist? Zu einem gesunden urbanen Leben gehören für uns in erster Linie Orte um sich zu begegnen und ins Gespräch zu kommen. Laut Ingrid ist das Lindenplätzle in Degerloch genau so ein Ort.

Unser Fazit nach der ersten Kochrunde: Wir haben nicht nur gut gegessen und guten Wein getrunken, sondern hatten auch gute Begegnungen und Gespräche. Wir sind neugierig, was das Projekt Salz und Suppe noch für uns bereit hält und welche Zusammenhänge sich zwischen Degerloch und Stuttgart Süd herausstellen.

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