Schlagwort-Archive: Erdgeschossnutzung

Bellevue di Monaco – goldene Aussichten mitten in München

Prägnant ist es, das 5-geschossige Wohnhaus an der Kreuzung Müllerstraße-/ Corneliusstraße. Im Rücken – 200 Meter weiter – der Viktualienmarkt, beinahe vor der Haustür der Gärtnerplatz. Wie ein hässliches, graues Entlein steht es da zwischen den fancy Filetstücken der Boomtown München. Es ist das erste von 3 Wohnhäusern, das – getragen von der Genossenschaft Bellevue di Monaco – generalsaniert wird. Ursprünglich sollte es abgerissen werden und einem Neubau weichen. Ein Neubau hätte laut Bellevue di Monaco rund 7 Millionen Euro gekostet. Viel Geld, das nicht zwingend nötig ist, denn die Müllerstraße 6 mag zwar augenscheinlich nicht so tiptop da stehen, aber eigentlich ist sie gar nicht so „unrenovierbar“.  Deshalb übernehmen im Frühjahr 2013 die Stadtaffen Dieter Hildebrandt, Mehmet Scholl, Sportfreunde Stiller, Luise Kinseher, Marcus H. Rosenmüller, Gerd Baumann, Fiva, Moop Mama, Blumentopf, Dieter Hanitzsch und die Goldgrund Family die kurzfristige Renovierung des Wohnhauses und schaffen es, den Abriss zu verhinden. Diese Guerilla-Aktion soll zeigen, dass auch mit wenig Geld lebenswerter Wohnraum erhalten und die voranschreitende Gentrifizierung verhindert werden kann. Ein provisorischer Treffpunkt ist entstanden, der bereits nach kurzer Zeit gut besucht ist und bei regelmäßigen Veranstaltungen Begegnungstätte für Flüchtlinge und Münchner geworden ist. Seit April 2016 verpachtet die Stadt München diesen Gebäudekomplex für die nächsten 40 Jahre an die Sozialgenossenschaft Bellevue di Monaco, die die Sanierung organisiert und finanziert. Entstehen sollen hier bezahlbare Wohnungen für Flüchtlinge und Kulturräume. Mitglieder und Helfer sind herzlich willkommen!

Jetzt geht’s erst richtig los: Mittlerweile steht das Baugerüst und die Sanierungsarbeiten am 1. Gebäude Nummer 6 beginnen. Im Erdgeschoss wird es ein Infocafé geben, das weiterhin offener Treffpunkt sein soll und niederschwellige Angebote und Beratungen für Geflüchtete bietet. Sobald die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, sollen bis zu 16 junge Erwachsene mit und ohne Fluchthintergrund einziehen. Dann folgt die Sanierung der Gebäude Müllerstraße 2 und 4. Hier sollen künftig geflüchtete Familien und Alleinerziehende einziehen.

Zusammen mit dem angrenzenden Bürgerhaus Glockenbachwerkstatt bilden die drei Bellevues ein wunderbar lebendiges Ensemble im goldenen Zentrum, das bereits jetzt überregionale, ja sogar internationale Ausstrahlungskraft hat. Auch Donald Trump hat schon über das Projekt während seinem Covfefe getwittert – er findet’s scheiße.

Das 1. Haus wird renoviert.

Das 1. Haus wird renoviert.

Faces for places - Bellevue di Monaco, München

Faces for places – Bellevue di Monaco, München

#Covfefe. So SAD! Total losers...

#Covfefe. So SAD! Total losers…

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 7. Stolz sein

Nischenkultur und Kreativwirtschaft formieren sich nicht zu einem undefinierbaren
Wesen, das unkontrolliert über die Stadt herfällt, Häuser demoliert und Anwohner ärgert. Kreative sind eine Bereicherung für jede Stadt und aus einer attraktiven Großstadt nicht wegzudenken. Deshalb müssen Kommunalpolitik und Stadtspitze die Haltung gegenüber unkonventionellen Bewegungen grundlegend ändern, sich öffnen und verstehen, welche positiven Effekte die sechs vorangegangen Schritte für Ingolstadt bedeuten würden. Anstatt die Querdenker zu bekämpfen und neue, undefinierbare Bewegungen im Keim zu ersticken, sollte die Stadt stolz sein auf anders Denkende, die neue Facetten für die Stadt und weitere kleine Schritte in Richtung tolerante, bunte und lebenswerte Großstadt bedeuten. Sie sollte stolz sein auf ihre Künstler, Musiker und Freigeister, die sich in Ingolstadt finden. Sie sollte stolz sein auf Bewegungen, die von unten kommen und die Vielfalt der Stadt bereichern. Sie soll eben nicht nur stolz sein auf Wirtschaftsrankings, Wachstumsprognosen und das Bruttoinlandsprodukt. Um nicht nur als Arbeiterstadt wahrgenommen zu werden, muss in Ingolstadt mehr Augenmerk auf die weichen Faktoren gelegt werden, die für die Bürger wichtig sind und die dringend gebraucht werden, um sich mit der Stadt zu identifizieren, eine Beziehung zu ihr aufzubauen und sie zu lieben.

Schritt 7 von Ingolstadt zu InGOLDcity

Das ist sie – die Quintessenz aus InGOLDcity – Was die Stadt Ingolstadt zum Glänzen bringt. Der Appell geht ganz klar Richtung Kommunalpolitik und Stadtspitze. Aber auch wir – die Bewohner – sind nicht ausgenommen. Wir sind angehalten, die doch immer noch präsente Schanz in unseren Köpfen zu durchbrechen, das Kleinbürgertum hinter uns zu lassen und über den Tellerrand hinauszuschauen, um einen großen Schritt Richtung vielfältger Großstadt zu machen. Wir müssen offen gegenüber zukunftsweisenden Konzepten sein und die eingefahrenen Sichtweisen „Des hamma imma scho so g’macht“ und nicht vorhandene Sichtachsen hinter uns lassen. Und wir sollten uns fragen, in was für einer Stadt wir leben wolllen, was Lebensqualität für uns bedeutet und ob die Innenstadt-Frage obligatorisch mit Parkplatz-Knappheit in Verbindung gebracht werden muss (Horizonterweiterung).

In diesem Sinne: Keep on diggin‘ for gold, diggas!!

InGOLDcity I   InGOLDcity II    InGOLDcity III     InGOLDcity IV     InGOLDcity V    InGOLDcity VI InGOLDcity VII  InGOLDcity VIII

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 1. Eigenes Profil entwickeln

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 2. Netzwerke bilden

von Ingolstadt zu InGOLCcity – 3. Teufelskreis Techniker-Stadt durchbrechen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 4. Förderung

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 5. Mutig sein

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 6. Loslassen

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 5. Mutig sein

Im Wesentlichen muss Ingolstadt mutiger werden und darf keine Angst vor dem Ungewissen haben. Mut haben, sich zu öffnen, über den Tellerrand hinauszuschauen und Unkonventionelles auszuprobieren. Wie sich gezeigt hat, lässt sich Kreativität nicht planen. Genauso wenig wie die Entwicklung einer kreativen Zwischennutzung. Damit einhergehend kann auch kein wirtschaftlicher Erfolg garantiert werden. Dieser sollte aber auch nicht im Vordergrund des Prozesses stehen. Vorrangig ist eben wie erwähnt die Sache an sich: Die Bespielung offener Räume, die kreative und frische Auseinandersetzung mit der vorhandenen Baustruktur. Die gebaute Militärstadt nicht mehr nur als tote Kulisse zu sehen, sondern sie annehmen, eintauchen, benutzen, neu interpretieren, positiv besetzen und wieder ins Stadtbild integrieren. Weiterlesen

Freitagsfreiraum – Pop-up-Store: Die Zeit läuft

the place 2 be hier zu finden - local goods in der harderstraße 10, ingolstadt

the place 2 be hier zu finden – local goods in der harderstraße 10, ingolstadt

Der heutige Freitagsfreiraum kommt aus dem Herzen der Gold-Stadt Ingoldstadt: Zum zweiten Mal – Plopp – öffnet da der LOCAL GOODS Store seine Türen, um regionale Produkte made in Ingoltown zu promoten.

Noiz Two, Rosa Hirn, Paper Diamond Papiermanufaktur, Whitemonkey, Der Hanserer, KLEINWUNDER, fairafric, Kathrin Schafbauer, Boitel, und Maas Magazin heißen sie, die locals, die ihre goods noch bis 13.12.2016 in der Harderstraße 10 zum Besten geben und an den Mann und die Frau bringen wollen. Recht so – keep on diggin‘ for gold!!! Also Ingobingos, verlegt euren Freiraum heute in die Harderstraße, ich werde es tun!

 

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 2. Netzwerke bilden

Netzwerke bilden

Die Politik muss aktiv werden und eine Vernetzung von Stadtverwaltung mit allen relevanten Akteuren vorantreiben: Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderung, Kulturförderung, Verbände, Vereine, Kammern, die Technische Hochschule und die Universität sowie die Bildungs- und Sozialpolitik. Netzwerke wie das K10, eine Internet-Plattform für Kultur- und Kreativwirtschaft in Ingolstadt, sind dabei wichtig. All diese einzelnen Parteien und Institutionen müssen zusammengeführt werden und im stetigen Austausch miteinander stehen. Ausschüsse könnten gebildet werden, die einen Querschnitt der relevanten Ebenen bilden und sich regelmäßig treffen. Außerdem sollten bürokratische Prozesse auf ein Minimum reduziert werden, um
Hemmungen vor scheinbar unendlichen Behördengängen zu nehmen.

Innerhalb der Stadtverwaltung könnte ein neues Referat etabliert werden, das über einen eigenen Förderrahmen verfügt und Nischenkultur gezielt fördert und als Gelenk zwischen Verwaltung und Kreativen vermittelt – analog zu München und Regensburg. In München gibt es das Kompetenzteam für Kultur- und Kreativwirtschaft, das im Kreativquartier an der Dachauer Straße ansässig ist. Anlaufstelle für Künstler, Kulturschaffende und Kreative ist. Das Degginger in Regensburg ist ein geförderter Raum, das im wahrsten Sinne des Wortes Raum für Kreativität, Kultur, Club- und Barszene bietet.
Ebenfalls müsste die Presse diesen Prozess aktiv unterstützen und zeigen, wie andere Städte mit informeller Kultur- und Kreativwirtschaft umgehen und welche Bereicherung sie für eine Großstadt darstellt. Die Medien müssen das Bewusstsein der Bürger für Nischenkultur sensibilisieren und genau solche Hotspots explizit voranstellen, um seine Bedeutung publik zu machen.

InGOLDcity I   InGOLDcity II    InGOLDcity III     InGOLDcity IV     InGOLDcity V    InGOLDcity VI InGOLDcity VII  InGOLDcity VIII

von Ingolstadt zu InGOLDcity – 1. Eigenes Profil entwickeln

FreitagsFreiraum zwischen Wolkenkratzern – Barcode Oslo

Weil es uns in Oslo so gut gefallen hat, bleiben wir für den heutigen FreitagsFreiraum direkt dort und überqueren von der Oper aus einfach nur die Straße um den Barcode Oslos zu betrachten.

Der Barcode ist eine Reihe sehr schmaler Hochhäuser mit unterschiedlichen Gebäudehöhen und mit ebenso schmalen öffentlichen Räumen dazwischen. Weiterlesen

FreitagsFreiraum – Café de Nuit ala Turka

Istanbul – eine gigantische Metropole, ein Schmelztiegel, geheimnisvoll, bunt, laut, unübersichtlich, traditionell, modern, dynamisch. Seit der jüngsten Vergangenheit überschattet von Willkür und Terror. Nichtsdestotrotz wollen wir diesen Freitag abtauchen in die verwobenen Gassen. Diese Stadt lebt weiter! Die europäische Stadt trifft hier aufeinander mit engen, bunten Gässchen und Plätzen des Orients. Im Szeneviertel Beyoglu pulsiert das Leben. Charmante Straßenzüge, lebendige Erdgeschosszonen und eine bunte Vielfalt an Nutzungen erzeugen Lebendigkeit. Die Beleuchtung und die Begrünung schaffen auch abends eine wohlige flanier-Atmosphäre, dass wir uns kurz in Van Goghs Nachtcafé geträumt haben.

InGOLDcity VII – Für mutige Goldschmiede

Was kann die Stadt Ingolstadt tun, um für junge Erwachsene attraktiv zu sein und um positiv wahrgenommen zu werden? Zu Beginn InGOLDcity I wurde die Roland Berger Studie erläutert, die die Gedanken des Urbanisten Richard Florida aufgreift. Technologie, Talent und Toleranz: Die Triple Ts sind ausschlaggebende Faktoren für gut ausgebildete, junge Erwachsene. Toleranz ist das Stichwort für Ingolstadt.Nur Mut! Sagt auch das Theater Ingolstadt in dieser Spielzeit
Weiterlesen

FreitagsFreiraum

Unser heutiger FreitagsFreiraum liegt im schönen Amsterdam in dem Quartier GWL-Terrein westlich der Altstadt.

Ursprünglich wurde das 6 Hektar große Areal industriell zur Trinkwasserversorgung Amsterdams genutzt. Mitte der 1980er Jahre wurde entschieden, an anderer Stelle ein neues, zeitgemäßes Pumpsystem zu bauen, um der ansteigenden Trinkwassernachfrage gerecht zu werden. Somit ergab sich für die Fläche die Möglichkeit der Umnutzung hin zu einer autofreien Wohnnutzung mit rund 600 Wohneinheiten. Die bis heute funktionsfähige, historische Pumpstation sowie das Kesselhaus blieben erhalten und stehen heute unter Denkmalschutz. Die Pumpstation beherbergt heute Kulturräume und ein super beliebtes Café mit Außenbestuhlung am Wasserlauf und ist ein fabelhafter Frühlings-FreitagsFreiraum!

Weiterlesen

Videoblog aus Hamburch-ciddy – Barrierefreiheit auch im Netz!

Ein kluges Team aus engagierten Köpfen bilden die drei Filmemacher Helga Bahmer, Timo Selengia und Michael Steinhauser aus Hamburg. Sie planen das dokumentarische barrierefreie Videoblog Dachgarten DOK zur Mitte Altona, dem neuen Stadtteil Hamburgs. Die drei sind außerdem Mitglieder zweier sozial geförderter Baugemeinschaften der Mitte Altona.
Mit der Kamera wollen sie ab Baubeginn im Frühjahr 2016 das Wachsen und Beleben des neuen Quartiers über mehrere Jahre begleiten und regelmäßig Videos online stellen. Themen, die ihnen dabei besonders am Herzen liegen sind: Inklusion, Baugemeinschaften, Gentrifizierung, Energieversorgung, autofreier Stadtteil und soziale Mischung. Zudem möchten sie zukünftige Bewohner-/innen in den kommenden Jahren mit der Kamera auf ihrem Weg zum neuen Quartier begleiten. Einer davon ist zum Beispiel Guido, der als Blinder mit seinem Wohnprojekt dort hinziehen wird.

Dementsprechend soll auch die Webseite des Blogs für Blinde/Sehbehinderte und Gehörlose/Schwerhörige barrierefrei nutzbar sein. Tollerweise haben sie hierfür einen kompetenten Partner: BIK für Alle. BIK steht für barrierefrei informieren und kommunizieren: http://www.bitvtest.de/

Wir von stadtraumleben möchten diese wunderbare Idee unterstützen und machen deshalb offiziell Werbung für dieses Projekt.

Wir rufen hiermit zum Crowdfunding auf!

Um das Blog im Frühjahr 2016 Realität werden zu lassen, brauchen die drei eure Unterstützung. Schaut euch das Video an, teilt und liked die Seite auf Facebook und auf Twitter! Wir glauben, das Projekt ist eine geniale Sache, die die einmalige Möglichkeit bietet, ein städtebauliches Großprojekt wie solch ein komplett neues Quartier mit rund 1.600 neuen Wohnungen von Beginn an mitzuverfolgen. Quasi von der Brache bis zur hoffentlich belebten Nachbarschaft. Auch für Nicht-Stadtplaner/Architekten-Nerds ein spannender Prozess!

Crowdfunding: https://www.nordstarter.org/dachgarten-dok
Facebook: https://www.facebook.com/dachgartendok
Twitter: @DachgartenDok