Tempelhofer Freiheit – das Volk hat entschieden

Gestern haben die Berliner mit einem Volksentscheid über die Zukunft der Tempelhofer Freiheit entschieden: Gegen die Bebauung des ehemaligen Flughafens. 

Der Gesetzentwurf der Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“ wurde von den Bürgern mit ca. 64 % der Stimmen beschlossen. Gleichzeitig stimmten ca. 59 % gegen den Gesetzentwurf des Abgeordnetenhauses. Damit bleibt das Tempelhofer Feld eine grüne Wiese ohne jegliche Baumaßnahmen. Für absehbare Zeit zumindest…

 

Wer hat überhaupt was mit dem Tempelhofer Feld vor? Worum geht es bei dem Streit um das Gelände überhaupt?

Der seit 2008 stillgelegte Flughafen im Herzen Berlins zieht jährlich über 2 Millionen Besucher an. 305 Hektar Freiflächen bieten ja auch jede Menge Möglichkeiten… Seitdem das Tempelhofer Feld 2010 für die Berliner Bürger geöffnet wurde, hat sich hier eine kunterbunte Mischung an Nutzern etabliert. Eines der vielen entstandenen Projekte ist zum Beispiel der Stadtteilgarten, eine Nachbarschaftsinitiative für Erwerbslose Berliner. Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung des Geländes wurden diese Projekte zur Zwischennutzung, nicht aber dauerhaft genehmigt. In Berlin herrscht allerdings allgemein Uneinigkeit über die zukünftige Nutzung des Geländes. Das Vertrauen der Berliner Bürger in den Senat ist aufgrund bekannter Großprojektdesaster wie dem Bau des neuen Flughafens stark angeknackst. Die Gegner der Bebauung des Tempelhofer Feldes haben sich also auf die Hinterbeine gestellt und erreicht, dass ein Volksentscheid durchgeführt wurde. Aber welche Vision haben die Stadt und die Gegner des Projektes eigentlich?

Was hat die Stadt Berlin mit dem Gelände vor?

Der Berliner Senat plant, 40 % der Fläche zu bebauen. In den Randzonen sollen ca. 4.700 Wohnungen, Gewerbeflächen und unter anderem KItas und Bildungseinrichtungen, eine Zentralbibliothek und Sportflächen entstehen. Aufgrund des enormen Zuzugs in die Hauptstadt würden diese neuen Wohnbauflächen dringend benötigt. Die Stadt betont, dass auch Mietwohnungen für kleine und mittlere Einkommen geschaffen werden sollen und dass auf dem Tempelhofer Feld kein Luxuswohnen entstehen soll, sondern eine soziale Mietentwicklung. Die übrigen 230 Hektar sollen als Freifläche erhalten und geschützt werden, um für Sport, Freizeit und Erholung genutzt zu werden und Verbindungen in die benachbarten Kieze zu schaffen.

Was wünschen sich die Gegner der Planungen?

Die Bürgerinitiative „100% Tempelhofer Feld“ macht sich dafür stark, die Bebauung des Tempelhofer Feldes zu verhindern und die gesamte Freifläche zu erhalten. Die Gegner der Bebauung sehen im Tempelhofer Feld ein Gemeingut für alle Berliner, das für Bürgerengagement und Freiheit in der Großstadt steht. Sie befürchten, dass entgegen allen Versprechungen des Senats, eine Bebauung des Feldes durch Privatinvestoren teure Wohnungen und steigende Mieten zur Folge hat und als Turbo der Gentrifizierung wirkt. 

 

Was sagt ihr zum Ergebnis des Volksentscheids gegen eine Randbebauung? Und was haltet ihr überhaupt vom Tempelhofer Feld und den Planungen? Wart ihr schon mal dort und habt etwas von der berüchtigten Tempelhofer Freiheit geschnuppert?

 

Hier haben wir noch ein paar Links für euch zum Thema:

Hier findet ihr die offizielle Homepage der Stadt zum Projekt Tempelhofer Freiheit und hier die Homepage der Initiative 100 % Tempelhofer Feld.

Bereits in dieser Umfrage im Auftrag des rbb hat sich abgezeichnet, dass die Mehrheit der Berliner gegen die Bebauung des Tempelhofer Feldes ist.

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